Zur Behandlung von Ekzemen, Arthrosen und lokalen Tumoren

Funktion : Schädigung von strahlensensitiven, teilungsaktiven Entzündungs- und Tumorzellen unter Schonung der weniger strahlensensitiven normalen Haut.

Die Strahlung entspricht der Photonenstrahlung von Cobalt-60-Geräten oder auch Linearbeschleunigern, die Wirkung in der Haut ist identisch. Der Unterschied liegt darin, dass mit Röntgentherapie-Strahlern nur schwierig Ganzkörperbehandlungen durchgeführt werden können und innere Organe wegen mangelnder Tiefenwirkung nicht erreicht werden können. Darin liegt allerdings wieder ein Vorteil für die Bestrahlung von einzelnen, oberflächlichen Hauterkrankungen, für welche sie immer noch ideal sind! In den letzten Jahren sind wir vermehrt dazu übergegangen, die Abstände der Bestrahlungen zu verlängern (meist 1 x pro Woche). Der Grund war, dass viele Besitzer nicht so oft in die Praxis kommen können. Bei Anpassung der Einzelfraktion funktioniert dieses Protokoll auch sehr zufrieden stellend.

BEISPIEL: Behandlung einer perianalen Fistel mittels Orthovoltage-Bestrahlung (vor – und nach 1 Bestrahlung)
beginnperianale Fistel vor Orthovoltage – Dr. Ulrich Wendlberger

 

 

 

 
2209perianale Fistel nach Orthovoltage – Dr. Ulrich Wendlberger

 

 

 

 

 

Vorgehensweise:

mehrere Sitzungen notwendig (3-5 pro Woche, 10-18 gesamt über 3-4 Wochen), möglicher Haarverlust, sehr unterschiedliche Empfindlichkeit der einzelnen Tumorarten bzw. der gleichen Tumore bei verschiedenen Tierarten. Für die Eingriffe ist durchwegs Narkose notwendig (Propofol im Perfusor als Mittel der Wahl, da keine Anästhesie nötig).

Mögliche Nebenwirkungungen:
Bei Bestrahlung von nasalen und oralen Tumoren entsteht u. U. eine selbstlimitierende Mucositis in der Maulhöhle. Bestrahlung in diesem Bereich kann eine u. U. bleibende Katarakt oder KCS zur Folge haben. Nach der Bestrahlung von Hauttumoren können auch 1-2 Wochen nach Abschluss der Therapie Desquamation, Pigmentänderungen und Alopezie auftreten.

Vorteile:
schmerzlos, gewebeerhaltend, ambulant und auch bei großflächigen Tumoren durchführbar; durch große Sicherheitsabstände bestmögliche Rezidivfreiheit. Auch an anatomisch kritischen Bereichen möglich ohne Zerstörung der Funktion der Organe. Kombination mit Operation und Chemotherapie möglich.

Beispiele für Kombination mit Chemotherapie:
die Kombination mit Doxorubicin bzw. Cisplatin verstärkt die Wirkung der Bestrahlung („Strahlungssensitizers“)

Beispiele für die Kombination mit Chirurgie:
injektionsassoziiertes Sarkom der Katze. Die Kombination bewirkt eine Rezidivfreiheit bis zu 700 Tagen! Gut bei inkompletter chirurgischer Resektion von Plattenepithelkarzinom, malignem Melanom und Perianaltumoren. Prä- und postoperative Bestrahlung möglich. Neben der kurativen Bestrahlungstherapie sind auch palliative Protokolle möglich.

Hauptindikation:
therapieresistente Ekzeme, Leckdermatitis, Hauttumore. Besonders strahlenempfindlich: Mastzelltumor, perianale Tumore, kutane T-Zell-Lymphome (Mycosis fungoides), Epulis, Basaliome, TVT.

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